2.3 Überblick zur Methodik und Datengrundlage

Im Folgenden werden die verschiedenen Studien vorgestellt, auf deren Analysen und Ergebnissen der Jugendbericht 2025 maßgeblich basiert. Den einzelnen Kapiteln des Berichts liegen je eigene Datenanalysen sowie teilweise unterschiedliche Datenquellen zugrunde. Sie stellen für sich genommen abge­schlossene und eigenständige Teile dar, verweisen jedoch, soweit sinnvoll, aufeinander. In einer abschließenden Synopse werden Bezüge zwischen den Kapiteln hergestellt, kapitelübergreifende Befunde thematisiert und eine Triangulation der Ergebnisse bereitgestellt.

  • Bei der Sekundärdatenanalyse werden bereits erhobene statistische Daten verwendet und in den Kontext des Jugendberichts 2025 gesetzt. Diese Analyse basiert hauptsächlich auf den Daten der Statistikportale von STATEC2 und Eurostat3 und dient der Beschreibung der sozialen und gesellschaftlichen Lage der 12- bis 29-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Luxemburg. Bei diesen Daten handelt es sich um administrative Daten, die unter anderem Informationen zur Bevölkerungsstruktur, zum Bildungs- und Beschäftigungsniveau, zur wirtschaftlichen Situation sowie zu sozialen Ungleichheiten bereitstellen. Diese Daten dienen der Untersuchung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Aufwachsens in Luxemburg. Sie erlauben Rückschlüsse auf zeitliche Entwicklungen und internationale Vergleiche mit Luxemburgs Nachbarstaaten – Belgien, Deutschland und Frankreich. Das dritte Kapitel stützt sich hauptsächlich auf Sekundärdatenanalysen.
  • Der Youth Survey Luxembourg (YSL) liefert durch zwei repräsentative und mehrsprachige Umfragen (2019 und 2024) grundlegende Erkenntnisse zu den Ressourcen, den Einstellungen und dem Verhalten junger Menschen in Luxemburg. Der YSL ist eine umfangreiche quantitative Erhebung mit dem übergeordneten Ziel, verschiedene Aspekte des Lebens junger Menschen in Luxemburg zu beleuchten. Der YSL 2019 wurde von 3001 Jugendlichen beantwortet und richtete sich an 16- bis 29-jährige Gebietsansässige in Luxemburg (Sozio et al., 2020). Im Jahr 2024 wurde die Zielgruppe ausgeweitet und um Jugendliche ab 12 Jahren ergänzt. Insgesamt konnten im Jahr 2024 4779 vollständig ausgefüllte Fragebögen ausgewertet werden (Residori et al., 2025). In diese Befragung wurde zusätzlich zu den acht Monitoring-Modulen ein Modul zum Themenbereich Digitalität integriert. Dieses Modul beschäftigt sich mit der Erfassung von Zugängen, Nutzungsmustern, digitalen Kompetenzen sowie den Chancen und Risiken der digitalen Mediennutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Kapitel 4 und 5 basieren im Wesentlichen auf den wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen, die aus den Daten des YSL hervorgehen.
  • Die Étude qualitative sur la jeunesse (EQJ) kombinierte offen angelegte, explorative Interviews mit in Luxemburg lebenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 29 Jahren mit einer digitalen Tagebuchmethode sowie leitfadengestützten Follow-up-Interviews. Mithilfe der Tagebuchmethode konnten tiefere Einblicke in den digitalen Alltag gewonnen und die Vielfalt der Nutzungsmuster, Routinen und subjektiven Bedeutungen im Umgang mit digitalen Medien erfasst werden. Ergänzend kamen Kurzfragebögen zum Einsatz, um biografische und soziale Hintergrundinformationen zu erfassen. An den Jugendbefragungen nahmen insgesamt 26 Jugendliche und junge Erwachsene mit vielfältigen Profilen teil. Zehn von ihnen waren darüber hinaus an einem Zweitinterview beteiligt. Die Auswertung und Analyse der Daten orientierte sich an der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022), zudem wurde die qualitative Datenanalyse-Software MaxQDA eingesetzt. Die EQJ stellt die zentrale Datengrundlage für die Kapitel 6, 7 und 8 dar.
  • Die Étude qualitative sur les jeunes et leurs parents (EQJP) untersuchte familiäre Interaktionen und Beziehungsmuster im digitalen Zeitalter. Ziel war es, nachzuvollziehen, wie Familien mit Hilfe der digitalen Technologien kommunizieren und diese für die Familienorganisation nutzen, wie sie den Umgang damit regeln und aushandeln und wie Erziehungsstile und Beziehungen dies beeinflussen. Hierfür wurden neun dyadische Interviews durchgeführt, bei denen jeweils ein Elternteil und ein jugendliches Kind der Familie im Alter zwischen 13 und 19 Jahren gemeinsam befragt wurden. Die Interviews orientierten sich an einem strukturierten Leitfaden, der Themen wie die ökonomische und soziale Lebenssituation, Medienausstattung, gemeinsame Mediennutzung sowie Familienregeln und Medienerziehung abdeckte. Ergänzend wurden Eltern- und Jugendfragebögen eingesetzt, die zusätzliche Informationen, u. a. zu digitalen Kompetenzen, Erziehungsstilen und Familienbeziehungen, lieferten. Das dritte Erhebungsinstrument war ein Beobachtungsprotokoll, in dem Beobachtungen zur Interviewsituation sowie zur Wohnung und Ausstattung festgehalten wurden. Die Interviews wurden aufgezeichnet, transkribiert und mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022) mit MaxQDA ausgewertet. Die hierdurch entstandenen Forschungsergebnisse liefern die Grundlage zur Erstellung des neunten Kapitels.

  • 2

    STATEC. Statistikportal Luxemburg. https://www.statec.lu.

  • 3

    Eurostat. Datenbank. https://ec.europa.eu/eurostat.