9.3 Erziehungsstile, Familienbeziehungen und Digitalität: Einflüsse zwischen Offline- und Online-Erziehung

In der Diskussion um die Risiken oder Chancen der digitalen Medien haben sich in Luxemburg in den letzten Jahren viele Akteure zu Wort gemeldet. Stakeholder aus dem Bildungsbereich betonen traditionell sowohl die Potenziale digitaler Medien für Bildung und Teilhabe als auch die Notwendigkeit von angepasster Prävention und Schutzmaßnahmen (BEE SECURE & MENJE, 2020; Livingstone & Blum-Ross, 2020; SNJ & MENJE, 2020). Stakeholder aus dem Gesundheitsbereich sowie dem Kinder- und Jugendschutz betonen hingegen stärker die Risiken digitaler Entwicklungen (Ministère de la Santé – Direction de la Santé & Service Audiophonologique, 2018; Ombudsman fir Kanner a Jugendlecher, 2024). Dementsprechend konzentrieren sich auch die Ratgeber für Eltern und Betreuende entweder auf Schutz und Kontrolle oder auf Begleitung und Information der Kinder und Jugendlichen. Welche Ratschläge Eltern schlussendlich übernehmen und umsetzen, hängt auch von ihren Überzeugungen und den Erziehungskonzepten ab, die sie anwenden. Elterliche Offline- und Online-Erziehungsstrategien sind jedoch keine getrennten Bereiche, sondern Eltern wenden ihre analogen Strategien auch in den alltäglichen digitalen Praktiken an (Livingstone & Byrne, 2018). Außer dem elterlichen Erziehungsstil haben auch die Kommunikation und die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern einen wichtigen Einfluss auf die digitale Mediennutzung Jugendlicher im familiären Kontext.