Der Jugendbericht 2025 stellt eine wissenschaftlich fundierte Informations- und Diskussionsgrundlage für Politik und Praxis in Luxemburg dar. Seine Erstellung geht auf das modifizierte Jugendgesetz vom 4. Juli 20081 zurück. In diesem Gesetz ist festgelegt, dass der für die Jugendpolitik zuständige Minister dem Parlament alle fünf Jahre einen Bericht zur Situation der Jugendlichen in Luxemburg vorlegt. Während der erste Jugendbericht 2010 die Lebenssituationen junger Menschen in ihrer Gesamtheit in den Blick nahm (Universität Luxemburg & MENJE, 2010), konzentrierten sich die beiden darauffolgenden Berichte auf spezifische Themen: Im Jugendbericht 2015 ging es um Übergänge vom Jugend- ins Erwachsenenalter (Universität Luxemburg & MENJE, 2015) und 2020 stand das Thema Wohlbefinden und Gesundheit von Jugendlichen in Luxemburg im Mittelpunkt (Universität Luxemburg & MENJE, 2021). Der Jugendbericht 2025 beschreitet einen neuen Weg: Er bietet einerseits einen generellen Überblick im Sinne eines Monitorings zur aktuellen Situation junger Menschen zwischen 12 und 29 Jahren in Luxemburg. Dabei werden Ressourcen (z. B. Bildung und Einkommen) ebenso beschrieben und analysiert wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Verhalten und Einstellungen. Andererseits widmet sich der Bericht vertiefend dem Thema Digitalität und untersucht, wie sich die Digitalisierung auf die Lebenswelten junger Menschen auswirkt und wie sie mit diesen Veränderungen umgehen.
Die Erstellung des Jugendberichts lässt sich im Bereich der Sozialberichterstattung verorten. Sozialberichterstattung stellt Informationen zur sozialen Lage junger Menschen bereit und ermöglicht somit die Wahrnehmung und Identifikation gesellschaftlicher Problemlagen. Als soziale Lagen gelten nach Hradil (1987, S. 153) „typische Kontexte von Handlungsbedingungen, die vergleichsweise gute oder schlechte Chancen zur Befriedigung allgemein anerkannter Bedürfnisse gewähren“. Vor dem Hintergrund dieser Definition soll der Jugendbericht 2025 dazu beitragen, eine fundierte Grundlage für die Planung von Maßnahmen und für die Prioritätensetzung in der Jugendpolitik zu schaffen.
Oftmals beschreibt die traditionelle Sozialberichterstattung mittels statistischer Kennzahlen und Verteilungen den Status quo und gesellschaftliche Entwicklungen. Auch der Jugendbericht 2025 setzt neben der Auswertung bereits bestehender Daten (Sekundärdatenanalyse) auf eine eigene quantitativ erhobene Datenquelle (Youth Survey Luxembourg, YSL), die die Sichtweisen junger Menschen in Luxemburg abbildet. Ergänzend hierzu greift der Jugendbericht 2025 auf qualitative Methoden und Daten zurück, die „die Aussagekraft erhöhen und die Kumulation von Mehrfachproblemlagen besser darstellen“ (Mardorf, 2006, S. 243). Um vertiefte Einblicke in individuelle Erfahrungen, familiäre Dynamiken und subjektive Bedeutungszuschreibungen im digitalen Alltag junger Menschen zu gewinnen, wurden eine qualitative Jugendstudie sowie eine qualitative Studie zu Jugendlichen und ihren Eltern durchgeführt.
Der Jugendbericht 2025 versteht sich als partizipative und dialogorientierte Berichterstattung, die über einen rein statistischen Datenbericht hinausgeht. Er bezieht die Akteure der Jugendarbeit und vor allem die eigenen Sichtweisen der jungen Menschen ein. Eine Online-Darstellung auf jugendbericht.lu macht den Bericht digital zugänglich und erweitert die gedruckte Fassung des Jugendberichts 2025 um Zusatzinformationen wie zum Beispiel ein Methodenpapier und einen Tabellenband.