Der Jugendbericht 2025 gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil (Kapitel 3 und 4) bietet ein umfassendes Monitoring der Lebenssituationen junger Menschen in Luxemburg. Kapitel 3 beschreibt zunächst die strukturellen Rahmenbedingungen, die sich in sozialpolitischen und sozioökonomischen Lebenskontexten manifestieren – etwa in der Bevölkerungsstruktur, im Bildungs- und Beschäftigungsniveau, in der wirtschaftlichen Situation sowie in sozialen Ungleichheiten. Kapitel 4 rückt die Perspektive der jungen Menschen selbst in den Mittelpunkt: Es analysiert ihre Einschätzungen und Erfahrungen zu einer Vielzahl verschiedener Themen, die ihre Lebenswelten betreffen. Dazu gehören ihre Einstellungen zu Politik und Gesellschaft, das soziale Umfeld, Freizeitverhalten, Gesundheit und Wohlbefinden sowie der Umgang mit Substanzen wie Alkohol und Cannabis. Zusammen ermöglichen diese beiden Kapitel anhand administrativer Daten und Eigeneinschätzungen einen umfassenden und differenzierten Blick auf:
- Die aktuellen gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Aufwachsens in Luxemburg,
- die Einstellungen und Werte der Jugendlichen im Hinblick auf ihre Lebenswelten,
- den Umgang junger Menschen mit spezifischen Herausforderungen des Heranwachsens angesichts ungleich verteilter Ressourcen.
Der zweite Teil (Kapitel 5 bis 9) rückt den Themenkomplex „Digitalisierung und Digitalität“ in den Fokus. Digitalisierung durchdringt heute nahezu alle Lebensbereiche von jungen Menschen, von Bildung und Arbeit über Freizeit und Kultur bis hin zu Familie, Freundschaften und Partnerschaften. Digitalität beschreibt die Art und Weise, wie sich durch digitale Technologien neue Formen des Denkens, Handelns und Zusammenlebens entwickelt haben. Technologien und Medien spielen dabei eine zentrale Rolle als Informations- und Kommunikationsmittel im Kontext gesellschaftlicher Teilhabe. Online-Plattformen und digitale Angebote haben die Rahmenbedingungen des Aufwachsens verändert. Für Jugendliche wird der Umgang mit Technologie bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und in der Gestaltung von Lebensentwürfen zunehmend unentbehrlich. Vor diesem Hintergrund wird in den Kapiteln 5 bis 9 der Blick junger Menschen auf ihre digital geprägten Lebenswelten beschrieben und analysiert. Untersucht wird, wie Jugendliche und junge Erwachsene digitale Medien in unterschiedlichen Lebensbereichen nutzen, welche Bedeutungen sie diesen Technologien beimessen und welche Chancen, Anforderungen und Herausforderungen sich daraus ergeben. Es wird auch betrachtet, wie soziale Ungleichheiten den Zugang zu und die Nutzung von digitalen Medien prägen und dadurch unterschiedliche Lebensrealitäten und Teilhabechancen entstehen.
Auf der Grundlage der repräsentativen quantitativen YSL-Studie beginnt Kapitel 5 mit einer breit gefächerten Darstellung der Sichtweisen junger Menschen auf Zugangsdimensionen, Nutzungsmuster und digitale Kompetenzen. Dabei werden auch die damit verbundenen Chancen und Risiken eingehend betrachtet. Die Kapitel 6 bis 9 präsentieren qualitative Ergebnisse zu verschiedenen Aspekten jugendlicher Lebenswelten im digitalen Zeitalter. Kapitel 6 widmet sich dem digitalen Alltag Jugendlicher, ihrem subjektiven Zeiterleben sowie der Gestaltung sozialer Beziehungen in Online- und Offline-Welten. Kapitel 7 beschreibt, wie Jugendliche Lernen und Bildung zwischen Bildschirm, Klassenzimmer und Lebenswelt erleben, während Kapitel 8 den Fokus auf die Beschreibung und Analyse von Aktivitäten und den Umgang mit Content Creation, Gaming und künstlicher Intelligenz (KI) legt. Kapitel 9 richtet abschließend den Blick auf die Nutzung digitaler Medien im Familienalltag, einschließlich der digitalen Aushandlungsprozesse und Ungleichheitsdimensionen, die dabei eine Rolle spielen. Dabei werden die Perspektiven von jungen Menschen und ihren Eltern gleichermaßen einbezogen.
Im zweiten Teil des Jugendberichts 2025 interessieren somit vor allem:
- Die Verteilung und Unterschiede in der digitalen Nutzung und den digitalen Kompetenzen bei Jugendlichen im Kontext ungleicher Ressourcen,
- die Veränderung von Sozialisationsprozessen, insbesondere wie jugendrelevante Entwicklungen, Lebensentwürfe und Identitätsbildungen durch Digitalität geprägt werden,
- die kreative Aneignung und Regulierung digitaler Potenziale und Herausforderungen im Umgang mit digitalen Medien,
- die digitale Transformation zentraler Lebenswelten Jugendlicher und junger Erwachsener – darunter Kultur, Bildung, Konsum sowie soziale Interaktionen innerhalb der Familie und in Peergroups.