Autorinnen und Autoren von Kapitel 1

Anette Schumacher, Hannes Käckmeister und Robin Samuel

Der vorliegende Bericht zur Situation der Jugend in Luxemburg 2025 verfolgt das Ziel, die Lebensrealitäten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Vielschichtigkeit sichtbar zu machen. Er bietet einen Überblick über zentrale Lebensbereiche wie Bildung, Freizeit, soziale Beziehungen, Wohlbefinden und digitale Teilhabe. Dabei stützt er sich insbesondere auf empirische Studien des Centre for Childhood and Youth Research (CCY) der Universität Luxemburg und versteht sich als wissenschaftliche Grundlage für eine fundierte Diskussion über jugendpolitische Maßnahmen und gesellschaftliche Verantwortung gegenüber jungen Menschen.

Jugendliche Lebenswelten unterliegen einem tiefgreifenden Wandel, der durch gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Veränderungen beeinflusst wird. In diesem Zusammenhang wird deutlich: Jugend stellt heute nicht nur eine Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter dar, sondern eine eigenständige soziale Kategorie mit spezifischen Herausforderungen, Ressourcen und Handlungsmustern. Sie ist nicht einheitlich, sondern von hoher Vielfalt geprägt. Junge Menschen befinden sich in einer Phase der Identitätsfindung, der sozialen Orientierung und der Entwicklung von Zukunftsperspektiven – Prozesse, die stark mit dem sozialen Umfeld, institutionellen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt auch globalen Entwicklungen zusammenhängen.

Vor diesem Hintergrund ist ein systematisches Monitoring der Lebenssituationen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen von hoher Bedeutung. Ziel ist es, zentrale Informationen über Einstellungen, Verhaltensweisen und Ressourcen junger Menschen zu erfassen und auf dieser Basis gesellschaftliche Entwicklungen transparenter zu machen und politische Maßnahmen anzuleiten. Dabei geht es nicht nur um Risikofaktoren, wie psychische Belastungen, soziale Ausgrenzungen oder ökonomische Benachteiligungen, sondern auch um Schutzfaktoren, Potenziale und Bewältigungsstrategien, die Jugendliche im Alltag einsetzen. Ein besonderer Fokus dieses Berichts liegt auf dem Themenfeld der Digitalität – ein Querschnittsphänomen, das Lebensbereiche von Jugendlichen weitestgehend durchdringt. Sie wachsen in einer Welt auf, in der digitale Technologien nicht nur Werkzeuge der Informationsbeschaffung und Kommunikation sind, sondern integraler Bestandteil ihres Alltags, ihrer Identitätsentwicklung sowie ihrer sozialen Beziehungen. Digitale Medien sind längst nicht mehr nur Mittel der Kommunikation oder Unterhaltung, sondern prägen inzwischen auch Bildung, soziale Teilhabe, Identitätsarbeit und politisches Engagement. Jugendliche bewegen sich in diesen hybriden Räumen, gestalten Inhalte aktiv mit und entwickeln eigene Ausdrucksformen. Gleichzeitig sehen sie sich mit Herausforderungen konfrontiert, die von exzessiver Nutzung und Informationsüberflutung über Cybermobbing bis hin zu digitalen Ungleichheiten reichen.

Die Perspektive junger Menschen auf das Digitale ist ambivalent: Einerseits erleben sie digitale Medien als Chance zur Selbstverwirklichung, Vernetzung und Partizipation; andererseits empfinden viele den Druck ständiger Erreichbarkeit, die Angst vor dem Verpassen (Fear of Missing Out) sowie eine wachsende Unsicherheit im Umgang mit digitalen Informationen. In der Zusammenschau entsteht ein differenziertes Bild jugendlicher Lebenslagen und Lebenswelten, das aufzeigt, wie junge Menschen mit einer zunehmend komplexen Welt umgehen und welche Unterstützungsstrukturen sie benötigen, um diese Herausforderungen bewältigen zu können.

Der vorliegende Jugendbericht 2025 wurde im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend (MENJE) in Luxemburg von einem interdisziplinären Team aus Jugendforschern des CCY der Universität Luxemburg (siehe Autorenverzeichnis) erarbeitet. Die Erstellung basiert hauptsächlich auf eigens für diesen Zweck durchgeführten empirischen Untersuchungen, welche qualitative und quantitative Methoden kombinieren, um ein möglichst umfassendes Bild der Lebenswelten von jungen Menschen in Luxemburg nachzuzeichnen. Über bestehende nationale und internationale Studien und Sekundärdatenanalysen hinaus wurden insbesondere neue Erhebungen in die Analyse einbezogen, namentlich Befragungen und Interviews mit jungen Menschen und ihren Eltern. Ziel war es, nicht nur statistische Daten zu aggregieren, sondern auch die Stimmen und Perspektiven junger Menschen direkt in den Mittelpunkt der Analyse zu stellen. Auf diese Weise konnten aktuelle Einstellungen, Verhaltensweisen, Ressourcen und Herausforderungen von Jugendlichen differenziert erfasst und im Kontext gesellschaftlicher und technologischer, digitaler Entwicklungen reflektiert werden.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den zahlreichen jungen Menschen im Alter zwischen 12 und 29 Jahren sowie allen Eltern, die durch ihre Teilnahme an den Befragungen wesentlich zur Entstehung des Berichts beigetragen haben. Ebenso danken wir dem Steuerungsausschuss (Comité de Pilotage), dem Projektarbeitsgremium (Concertation Continue) und dem wissenschaftlichen Beirat für die konstruktive Zusammenarbeit; sie haben den Entstehungsprozess mit Offenheit, großer Unterstützung, fachlicher Expertise und konstruktivem Feedback begleitet. Es unterstützten uns im wissenschaftlichen Beirat: Prof. Dr. Ulla Autenrieth, Prof. Dr. Antoine Fischbach, Dr. Andreas König, Prof. Dr. Nadia Kutscher, Prof. Dr. André Melzer, Dipl.-Päd. Heinz Müller, Prof. Dr. Albert Scherr, Dr. Iren Schulz und Dr. Claudia Zerle-Elsäßer. Georges Metz, Dr. Josepha Nell und Christine Konsbruck vom Service National de la Jeunesse unterstützten unter anderem als Mitglieder des Comité de Pilotage und begleiteten uns auch zusammen mit Dr. Jessica Leuck und Dora Fernandes sowie Dr. Debora Plein und Jeff Kaufmann von BEE SECURE im Rahmen der Concertation Continue. Ein besonderer Dank gilt zudem unserem Gutachter, Prof. Dr. Helmut Willems, für seine fachliche Beratung und wertvollen Hinweise. Den Studierenden Sabrina Fiel Abade, Cheyenne Gerritsen, Elma Hodžić, Kathrin Luckey, Laura Märker, Rachel Mohr, Anh Ngoc Vo und Ştefan-Alexandru Şolcă möchten wir an dieser Stelle ebenfalls unseren herzlichen Dank für ihre tatkräftige Unterstützung aussprechen. Simone Charles unterstützte auch dieses Mal administrativ und organisatorisch bei der Entstehung des Berichtes.

Nicht zuletzt gilt unser Dank unserem langjährigen Partner, dem Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend, sowie der Universität Luxemburg für das Bereitstellen der notwendigen Ressourcen und das Ermöglichen dieser Berichterstattung zur Situation der Jugend in Luxemburg.