3.4.5 NEET-Rate steigt an

Die NEET-Rate (Not in Education, Employment or Training) ist eine zusätzliche Informationsquelle zur Jugendarbeitslosigkeit und ein Indikator für die Situation junger Menschen in den Bereichen der Bildung und Beschäftigung. Junge Menschen mit einem Status als NEET bilden eine heterogene Gruppe. Dazu zählen etwa junge Menschen, die ihre Schulzeit abgeschlossen haben, aber noch keine Ausbildung oder kein Studium begonnen haben, ebenso wie solche, die bereits eine Qualifikation erworben haben und nun arbeitssuchend sind. Die Gründe für eine NEET-Situation sind somit vielfältig (vgl. Furlong, 2006).

Einige junge Menschen nutzen diese Phase bewusst zur persönlichen oder beruflichen Orientierung, etwa nach dem Schulabschluss oder dem Ende einer Ausbildung. Sie nehmen sich Zeit, um sich neu zu orientieren, geeignete Anschlussmöglichkeiten zu finden oder Bewerbungsfristen abzuwarten. Auch informelle Lern- oder Erfahrungsphasen, wie Reisen, Praktika oder ehrenamtliches Engagement, können in diese Übergangszeit fallen, ohne in offiziellen Bildungs- oder Erwerbsstatistiken sichtbar zu werden. Andere hingegen erleben die Phase der Inaktivität als belastend, weil äußere Umstände ihre Teilhabe an Bildung oder Beschäftigung erschweren. Dazu zählen gesundheitliche Probleme, psychische Belastungen oder familiäre Verpflichtungen, wie die Betreuung kleiner Kinder. Auch negative Erfahrungen im Bildungssystem oder wiederholte Misserfolge im Bewerbungsprozess können die Motivation und Erfolgserwartungen nachhaltig mindern. Nicht zuletzt kann auch ein konfliktreiches Umfeld oder Verhalten, etwa bei jungen, delinquenten Menschen oder jungen Menschen aus schwierigen Familienverhältnissen, den Zugang zu Ausbildung und Arbeitsmarkt zusätzlich erschweren.

Personen, die sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung befinden, sind demnach in unterschiedlichen Situationen, jedoch ist ihnen oftmals gemein, dass sie sich mit einer schwierigen sozioökonomischen Lage konfrontiert sehen und von sozialer Exklusion bedroht sind.

Die Entwicklung der NEET-Quote der letzten Jahre für Luxemburg und seine Nachbarstaaten wird in Abbildung 3.11 veranschaulicht. Luxemburg weist prozentual im Vergleich zu den übrigen Ländern bis zum Jahr 2022 den geringsten Wert auf, um dann von 2022 (6,8 %) bis 2024 einen Anstieg (8,7 %) zu verzeichnen. Das Land zeigt derzeit jedoch immer noch niedrigere Werte als Frankreich und der Durchschnitt der EU-27-Staaten.