Die gesellschaftliche Struktur Luxemburgs ist geprägt durch kulturelle Vielfalt, einen internationalen Arbeitsmarkt und durch die Mehrsprachigkeit seiner Bevölkerung. Junge Menschen, die in Luxemburg aufwachsen, leben in einem wirtschaftlich prosperierenden Land, das gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf als reichstes der Welt gilt. Das Bildungsniveau der jungen Generation ist im Vergleich zu den Nachbarstaaten hoch, insbesondere im Bereich der tertiären Bildung. Die Zahl befristeter Arbeitsverträge nimmt ab und die NEET-Quote liegt unter dem Niveau der Nachbarstaaten. Für einen großen Teil der Jugendlichen ist das Aufwachsen und der Übergang ins Erwachsenenleben in den Bereichen Bildung und Erwerbstätigkeit somit relativ unproblematisch. Dies gilt jedoch nicht für alle Jugendliche: Eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine relativ hohe Armutsgefährdung machen soziale Ungleichheiten sichtbar. Diese Ungleichheiten stellen Herausforderungen sowohl für die Betroffenen als auch für die luxemburgische Gesellschaft dar. Sowohl Arbeitslosigkeit als auch Armutsgefährdung betrifft junge Menschen deutlich häufiger als ältere Personen. Dies zeigt auch soziale Ungleichheiten zwischen den Generationen zu Ungunsten der jungen Generation auf. Entscheidungen wie Eheschließung oder Familiengründung erfolgen in Luxemburg, wie in vielen europäischen Ländern, zunehmend später.
Um allen jungen Menschen in Luxemburg die gleichen Entwicklungs- und Zukunftschancen zu ermöglichen und einen Verlust an Potenzial und sozialer Kohäsion zu verhindern, lassen sich aufgrund der vorliegenden Ergebnisse die folgenden zentralen gesellschaftlichen und politischen Aufgabenbereiche identifizieren: die fortlaufende Förderung einer konflikt- und diskriminationsfreien multikulturellen Gesellschaft, die verstärkte Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die vermehrte Unterstützung von Jugendlichen und ihren Familien im Kampf gegen Armut.
Mit Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der Digitalisierung und Digitalität zeigen die Ministerien und diverse Institutionen zahlreiche Initiativen. Sie zielen auf eine bereichsübergreifende digitale Zugänglichkeit, auf die Entwicklung User-orientierter Dienste und Programme sowie auf Maßnahmen zum Schutz und zur Prävention im digitalen Raum, die auch weiterhin in den Blick genommen und bedarfsnah ausgeweitet werden sollten.