In Abschnitt 5.2 wurde dargelegt, dass luxemburgische Jugendliche gegenwärtig zwar nahezu flächendeckend über digitale Endgeräte und Internetzugänge verfügen, dass sich aber dennoch eine First-Level Digital Divide entlang von Alter, Geschlecht, Migrationsstatus und subjektivem sozioökonomischem Status feststellen lässt. In 5.3 wurde dargelegt, dass die Verteilung digitaler Kompetenzen ebenfalls ungleich ist, auch Second-Level Digital Divide genannt. In Unterkapitel 5.4 wurde gezeigt, dass Jugendliche das Internet auf unterschiedliche Weise nutzen und sich daraus verschiedene Erfahrungen ergeben können – in manchen Fällen bleiben diese jedoch aus.
In diesem Unterkapitel richten wir unser Augenmerk auf die dritte Ebene und untersuchen, welche konkreten Vorteile oder Belastungen Jugendliche aus ihrer digitalen Praxis tatsächlich ziehen. Damit betreten wir das Terrain der Third-Level Digital Divide. Van Dijk (2020) spricht in diesem Zusammenhang von einer sogenannten Outcome Divide, in der entschieden wird, ob digitale Aktivitäten bestehende soziale Ungleichheiten vertiefen oder verringern.
Das Unterkapitel widmet sich den Möglichkeiten, die die Nutzung digitaler Technologien für die luxemburgische Jugend bietet sowie den damit verbundenen Herausforderungen und Gefahren. Digitale Medien eröffnen Jugendlichen neue Kompetenzen, die sowohl für die Ausbildung und den Arbeitsmarkt als auch für kreative Ausdrucksformen von großer Bedeutung sind. Sie erlauben es, soziale Kontakte zu pflegen, sich über aktuelle Ereignisse zu informieren und an gesellschaftlichen Debatten teilzunehmen. Darüber hinaus schaffen sie Raum für die Entfaltung persönlicher Interessen und bieten Zugang zu einem globalen Netzwerk (Calderón Gómez, 2019; van Dijk, 2005).
Gleichzeitig birgt die digitale Welt aber auch Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Dazu zählen mögliche negative Auswirkungen durch exzessive Nutzung von sozialen Medien und Gaming, aber auch die unfreiwillige Konfrontation mit unangemessenen oder schädlichen Inhalten. Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwiefern bestimmte Gruppen – abhängig von Alter, Geschlecht oder Migrationshintergrund – unterschiedlich von Chancen und Risiken betroffen sind (Verduyn et al., 2015).
In diesem Unterkapitel werden sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte der digitalen Mediennutzung von Jugendlichen und ihr Umgang damit beleuchtet. Besonderes Augenmerk wird dabei auf geschlechts- und altersspezifische Unterschiede im Umgang mit den Chancen und Risiken der digitalen Welt gelegt.