Um die digitale Lebenswelt junger Menschen in Luxemburg differenziert zu erfassen, stützen sich die Analysen in Kapitel 5 auf die Datenbasis des Youth Survey Luxembourg (YSL) 2024, einer repräsentativen Online-Erhebung, die sich den Lebensrealitäten junger Menschen im Alter von 12 bis 29 Jahren in Luxemburg widmet (Residori et al., 2025). Ziel dieser Untersuchung ist es, Einblicke in Zugänge, Nutzungsmuster, digitale Kompetenzen sowie Chancen und Risiken der digitalen Mediennutzung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu gewinnen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf soziale Ungleichheiten entlang von Alter, Geschlecht, subjektivem sozioökonomischem Status und Migrationshintergrund gelegt.
Der YSL wird alle fünf Jahre durchgeführt und behandelt zentrale Themenfelder wie Gesundheit, politische Partizipation, soziales Engagement, Bildung, Freizeitverhalten sowie die digitale Nutzung, um die Lebensrealitäten junger Menschen umfassend zu erfassen. Ergänzende Befragungen, wie die YAC-Studie (Young People and COVID-19) während der COVID-19-Pandemie, dienen der Erfassung aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen.
Die Stichprobe wurde durch eine Zufallsauswahl aus dem Registre National des Personnes Physiques (RNPP) generiert. Zur Sicherstellung der Repräsentativität wurden die Teilnehmenden nach Alter, Geschlecht und Wohnort geschichtet ausgewählt. Die Erhebung erfolgte anonymisiert mittels eines Online-Fragebogens, der auf etablierten internationalen Indikatoren basiert und an die luxemburgischen Rahmenbedingungen angepasst wurde. Insgesamt konnten N = 4779 vollständig ausgefüllte Fragebögen ausgewertet werden. Die hier präsentierten Analysen beziehen sich speziell auf die Module zur digitalen Welt.
Bei der Darstellung sozialer Unterschiede wird darauf hingewiesen, dass alle benannten Differenzen statistisch signifikant auf einem Signifikanzniveau von 0,5 % (p < .005) liegen. Wann immer im Text ein Zusammenhang mit dem sozioökonomischen Status (SES) erwähnt wird, bezieht sich dieser auf den subjektiv empfundenen sozioökonomischen Status der Familie, wie er in Kapitel 4 des Jugendberichts 2025 theoretisch und methodisch vertiefend erläutert wird.
Der Migrationshintergrund wurde entsprechend den luxemburgischen Standards differenziert: Junge Menschen der ersten Generation sind selbst im Ausland geboren, junge Menschen der zweiten Generation haben Eltern, die im Ausland geboren wurden. Aufgrund der theoretischen und empirischen Komplexität des Migrationsbegriffs (siehe Kapitel 4) wird dieser im vorliegenden Kapitel nicht in bivariaten Darstellungen (z. B. Tabellen oder Abbildungen) ausgewiesen, sondern separat in multivariaten Regressionsmodellen berücksichtigt, in denen gleichzeitig der sozioökonomische Status berücksichtigt wird. Alle im Text beschriebenen signifikanten Effekte basieren auf diesen Modellen.
Für die Interpretation von Ergebnissen werden gelegentlich Standardabweichungen (SD) angegeben. Eine Standardabweichung gibt an, wie stark die individuellen Werte um den Mittelwert streuen. Eine niedrige Standardabweichung weist auf eine geringe Streuung und damit auf homogene Antworten hin, während eine hohe Standardabweichung auf eine größere Streuung der Werte verweist.