3.2.2 Luxemburg ist im europäischen Vergleich weniger stark von Alterung betroffen

Im Jahr 2025 lebten in Luxemburg 148 047 Jugendliche zwischen 12 und 29 Jahren (die Zielgruppe des Jugendberichts), was einem Bevölkerungsanteil von 21,71 % entspricht (Gesamt: 681 973). Diese Gruppe, etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung, kann in Bezug auf ihre Sichtweisen, Einstellungen und Verhaltensweisen (siehe Kapitel 4) eine wichtige Rolle für die gesellschaftliche Entwicklung spielen.

Luxemburg weist für die 0- bis 24-Jährigen höhere Bevölkerungsanteile auf als der Durchschnitt der 27 EU-Staaten und ab einem Alter von 50 Jahren geringere Prozentwerte (vgl. Abbildung 3.2). Somit zeigt sich die in anderen Ländern vielfach beobachtete Alterung der Gesellschaft in Luxemburg weniger stark als im Durchschnitt der EU-27-Staaten. Eine mögliche Erklärung für diese Abweichung könnte in der Attraktivität des Arbeitsmarkts in Luxemburg liegen, der insbesondere junge ausländische Arbeitskräfte nicht nur zum Grenzpendeln anregt, sondern auch dazu führt, dass sie sich im Rahmen ihres Berufseinstiegs dauerhaft im Land niederlassen (OECD, 2023).

Der Altenquotient beschreibt das Verhältnis der über 64-Jährigen zur erwerbsfähigen Bevölkerung. Er gilt als zentraler Indikator für demografische Schieflagen und zeigt im Jahr 2024 einen deutlich tieferen Wert für Luxemburg (21,7 %) als der Durchschnittswert von 33,9 % der EU-27-Staaten (Eurostat, 2025e).

Umgang mit der Variablen „Migrationshintergrund“

Die Kategorie bzw. Variable „Migrationshintergrund“ ist eine in Forschung, Politik, Gesellschaft und auch Sozialberichterstattung vielfach genutzte Kategorie. In Luxemburg etwa berücksichtigt der Begriff „Migrationshintergrund“ laut STATEC (2021) die Staatsangehörigkeit und den Geburtsort einer Person sowie die Geburtsorte der Eltern. Personen ohne Migrationshintergrund sind demnach in Luxemburg geboren, besitzen die luxemburgische Staatsangehörigkeit und haben Eltern, die ebenfalls in Luxemburg geboren wurden. In der Volkszählung 2021 machten sie einen Anteil von 26,3 % an der Gesamtbevölkerung aus. Mit einem Anteil von 73,7 % galten in dieser Volkszählung alle anderen als Personen mit Migrationshintergrund.

Auch der luxemburgische Jugendbericht 2025 wird an einigen Stellen Daten unter der Variablen „Migrationshintergrund“ zusammenfassen. Weitere Informationen zu methodischem Vorgehen und Darstellungsweise finden sich in Kapitel 4.

Beim Migrationshintergrund handelt es sich um eine umstrittene statistische Kategorie und politische Zuschreibung, die zunehmend kritisch hinterfragt wird, da sie eine vereinfachte Sicht auf die komplexen Lebensrealitäten von Personen mit und ohne Migrationserfahrung darstellt und isoliert betrachtet nur eingeschränkt Auskunft über soziale Lagen und Diskriminierungserfahrungen machen kann. Wie in anderen Ländern handelt es sich auch in Luxemburg bei Menschen mit Migrationshintergrund nicht um eine homogene, sondern um eine sehr diverse Kategorie. Für Luxemburg ist im Vergleich zu anderen Ländern charakteristisch, dass Menschen mit Migrationshintergrund deutlich die Bevölkerungsmehrheit ausmachen.

Der Jugendbericht 2025 fasst in den Kapiteln 4 und 5 immer dann Daten unter der Variablen „Migrationshintergrund“ zusammen, wenn diese in der Zusammenschau mit anderen Variablen Erklärungszusammenhänge vermittelt.