Bedarf an herkunfts- und geschlechtersensiblen Ansätzen. Junge Menschen in Luxemburg erfahren durch ihre soziale Herkunft und ihr Geschlecht unterschiedliche Bedingungen, die ihre Lebenslagen und Entwicklungsmöglichkeiten beeinflussen. Insgesamt sind differenzierte und geschlechtersensible Ansätze notwendig, die sowohl Prävention als auch Schutz in den Fokus rücken. Geschlechtsspezifische Ungleichheiten betreffen nach wie vor insbesondere Mädchen, die in bestimmten Kontexten einem höheren Risiko für Grenzüberschreitungen oder Benachteiligungen ausgesetzt sind. Ziel sollte es daher sein, Mädchen zu stärken, Schutzräume bereitzustellen und gleichzeitig präventiv die Ursachen der Ungleichheiten zu adressieren, ohne stereotype Rollenbilder zu reproduzieren. Entsprechende Maßnahmen sollten auch Jungen mit einbeziehen – nicht nur als Nutzer, sondern auch vor dem Hintergrund, dass Grenzüberschreitungen eher von männlichen Jugendlichen ausgehen. Dabei ist die Verantwortung nicht allein auf die individuelle Ebene zu verschieben, sondern im Kontext gesellschaftlicher Macht- und Ungleichheitsmechanismen zu betrachten. Daraus ergibt sich Handlungsbedarf für geschlechtersensible Gesundheitsförderung, Prävention und Forschung.
Junge Menschen sollten noch mehr Chancen erhalten, sich politisch und gesellschaftlich zu beteiligen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Jugendliche, die sich aktiv für ein bestimmtes Thema engagieren, selbstwirksamer sind und auch die Zugehörigkeit zu Interessensgruppen Ängste mindern kann. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass die Jugendlichen einen Raum erhalten, in dem sie einen offenen Austausch über ihre Sorgen, Ängste und Unsicherheiten haben können – in wertschätzenden Settings, die es ihnen ermöglichen, eigene Gefühle einzuordnen, Perspektiven anderer kennenzulernen und gemeinsam Handlungsoptionen zu reflektieren.