Neben der Aneignung von Wissen und Kompetenzen sowie der Förderung von Kreativität, kritischem Denken und Autonomie begünstigt eine gute Bildung auch die persönliche Entwicklung und fördert die aktive Teilnahme an der Gesellschaft, denn gut ausgebildete Jugendliche sind eher bereit und eher befähigt, sich gesellschaftlich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen (Karnick & Arriagada, 2021). Als klassifikatorisches Rahmenwerk ermöglicht die internationale Standardklassifikation im Bildungswesen (ISCED), die Bildungsabschlüsse aus verschiedenen Ländern – trotz unterschiedlicher Bildungssysteme – zu vergleichen (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization [UNESCO], 2012).3
Die Verteilung von Bildungsabschlüssen in der Bevölkerung (vgl. Abbildung 3.5) in der Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt, dass die Anzahl der Personen mit tertiären Bildungsabschlüssen – typischerweise auf Hochschul- oder Universitätsniveau – in Luxemburg im Vergleich mit den Nachbarstaaten und dem Durchschnitt der EU-27-Staaten höher ist. Der Anteil der hohen Abschlüsse (ISCED 5–8) ist seit 2014 von 52,9 % auf 63,8 % im Jahr 2024 gestiegen, während die niedrigeren Bildungsabschlüsse in den Bereichen ISCED 3–4 und ISCED 0–2 gesunken sind. Für die dargestellten Länder lässt sich insgesamt ein gemeinsamer Trend erkennen: eine prozentuale Steigerung der hohen Bildungsabschlüsse bei gleichzeitiger Verringerung im Niedrigbildungssektor. Eine Ausnahme bildet Deutschland, das als einziges Land im Bereich der niedrigen Bildungsabschlüsse (ISCED 0–2) von 2014 zu 2024 eine Zunahme zu verzeichnen hat.
Eine Analyse der Bildungsabschlüsse für Luxemburg, differenziert nach Geschlecht in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen im Jahr 2024 (vgl. Abbildung 3.6), zeigt, dass Frauen auch im Jahr 2024 zu einem höheren Anteil (68,8 %) über tertiäre Bildungsabschlüsse verfügen als Männer (58,9 %). Dagegen sind Frauen im niedrigen Bildungssektor (ISCED 0–2) anteilsmäßig geringer vertreten (6,4 %) als Männer (10,8 %) (Eurostat, 2025f). Beide Geschlechter zeigen eine ähnliche Zunahme bzgl. der tertiären Bildungsabschlüsse und eine Verringerung im niedrigen Bildungsbereich, wobei sich keine Veränderung dahingehend ergeben hat, dass sich die Gender Divide bis dato verringert hat; so verfügen die Frauen auch im Jahr 2024 über einen deutlich höheren Anteil an tertiären Bildungsabschlüssen.
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ISCED 1 und 2 umfassen den Primarbereich und den Sekundarbereich I, Stufe 3 umfasst den Sekundarbereich II und Stufe 4 den postsekundaren, nicht tertiären Bereich. ISCED 5 steht für ein kurzes tertiäres Bildungsprogramm (z. B. Meisterausbildung). Stufe 6 umfasst Bachelor oder gleichwertige Abschlüsse; ISCED 7 einen Masterabschluss, während die Promotion und Habilitation als höchste hochschulische Ausbildungsformen gelten (ISCED 8).