Eine gute Ausbildung ist insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn es um die Vergabe von Arbeitsplätzen geht. In der Regel ist ein positiver Zusammenhang zwischen der Höhe des Bildungsstandes und der Erwerbstätigenquote zu beobachten. Die Erwerbstätigenquote beziffert den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und bezieht sich oftmals auf eine bestimmte Altersgruppe. Ein entsprechender Zusammenhang zeigt sich in den Nachbarstaaten Luxemburgs sowie den EU-27-Staaten (vgl. Abbildung 3.7). Luxemburg bildet diesbezüglich keine Ausnahme, weist allerdings im niedrigen Bildungsbereich (ISCED 0–2) im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten eine hohe Erwerbstätigenquote (76,5 %) auf, die sich möglicherweise durch die umfangreichen Investitionen in arbeitspolitische Maßnahmen seitens des luxemburgischen Staates und durch die zahlreichen Hilfsangebote im Bereich des Berufseinstiegs erklären lässt.
Darüber hinaus erweist sich eine Betrachtung des Anteils befristeter Arbeitsverträge unter erwerbstätigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen als aufschlussreich (vgl. Abbildung 3.8). Befristete Verträge ermöglichen oftmals keine langfristige Zukunftsplanung und sind mit finanzieller Unsicherheit verbunden. Junge Menschen, die sich häufig noch in einer Phase der Ausbildung oder am Anfang ihrer Karriere befinden, sind jedoch auf Stabilität angewiesen, um ihre Lebensplanung zu gestalten. Zudem können befristete Arbeitsverhältnisse die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung und langfristigen Qualifizierung einschränken. Dies kann sich wiederum auf den Aufbau eines stabilen Karrierewegs sowie die Familienplanung auswirken.
Junge Menschen werden teilweise mit befristeten Arbeitsverträgen beschäftigt: diese machen 8 % der Verträge der gebietsansässigen Arbeitnehmenden aus (STATEC, 2024c). In Luxemburg stieg der Anteil befristeter Arbeitsverträge bei den 15- bis 29-jährigen Arbeitnehmenden in Luxemburg von 23,1 % im Jahr 2014 leicht auf 25,3 % im Jahr 2024. Im Vergleich zu den Nachbarstaaten und dem EU-27-Durchschnitt ist dies jedoch ein deutlich niedrigerer Wert. Auch Frankreich und Belgien verzeichnen Anstiege befristeter Verträge bei jungen Menschen, während Deutschland und der Durchschnitt der EU-27-Staaten einen geringfügigen Rücklauf zeigen.