Der vorliegende Armutsbegriff kann jedoch nicht nur in Relation zu den medianen Äquivalenzeinkommen betrachtet werden, sondern auch zu den im jeweiligen Land vorzufindenden Lebenshaltungskosten. Eine besondere finanzielle Belastung für junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren, deren Einkommen unter 60 % des medianen Äquivalenzeinkommens liegt, bestand im Jahr 2023 in Luxemburg durch eine Überbelastung durch Wohnkosten. In Luxemburg war diese Situation für 65,6 % der betreffenden Personengruppe gegeben (in den EU-27-Ländern hingegen nur für 36,4 % der Personen). Darüber hinaus waren auch 15 % der 15- bis 29-Jährigen, deren Einkommen über 60 % des Äquivalenzeinkommens liegt, von dieser Überbelastung betroffen (EU-27: 3,8 %). Dies bedeutet, dass es für junge Menschen in Luxemburg finanziell besonders aufwendig ist, eine eigene Wohnung zu mieten oder zu erwerben. Zudem ist es sehr schwierig, einen Mietvertrag ohne unbefristeten Arbeitsvertrag (CDI) zu erhalten.