Autorinnen und Autoren von Kapitel 4

Caroline ResidoriHamid BulutGuido SalzaGilles ScheiferCharlotte Haußmann und Robin Samuel

Zentrale Aussagen

Gesellschaftliche Veränderungen haben einen Einfluss auf Wahrnehmungen und Sorgen junger Menschen. Im Vergleich zu 2019 haben Ängste um Krieg in Europa, Diebstahl, Gewalt, schlechter Wirtschaftslage und Zuwanderung zugenommen.

Insgesamt zeigt sich bei jungen Menschen eine gewisse Distanz zur Politik, die sich etwa im sinkenden politischen Interesse zwischen 2019 und 2024 widerspiegelt. Zwei Drittel der jungen Menschen wünschen sich mehr Gehör in der Politik, wobei alternative Wege (z. B. Unterschriftensammlungen, Warenboykotts, Online-Posts) gegenüber konventionellen Formen der politischen Teilhabe (z. B. Mitarbeit in einer Partei) an Relevanz gewinnen. Auch das Engagement im sozialen Nahraum ist von Bedeutung.

Etwa drei Viertel der jungen Menschen in Luxemburg fühlen sich von Familie und Freunden sehr unterstützt, wobei ein niedriger sozioökonomischer Hintergrund mit geringerer Unterstützung durch das soziale Umfeld einhergeht.

Im Freizeitbereich spielen digitale Medien, insbesondere soziale Medien, eine zentrale Rolle. Mit der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen verändert sich das Freizeitverhalten junger Menschen dahingehend, dass medienbasierte Aktivitäten, Ausgehen und Naturerfahrungen mit zunehmendem Alter häufiger werden, während Aktivitäten wie Fernsehen, Freunde treffen und Gaming abnehmen.

Rund ein Viertel der jungen Menschen weist ein niedriges affektives und kognitives Wohlbefinden auf. Das Wohlbefinden der jungen Menschen hat sich zwischen 2019 und 2024 verschlechtert. Der sozioökonomische Status hat den stärksten Einfluss auf das affektive Wohlbefinden, gefolgt von Alter und Geschlecht.

Mehr als ein Viertel der jungen Menschen berichten von multiplen psychosomatischen Beschwerden, vor allem psychischer Art. Diese haben seit 2019 zugenommen und betreffen insbesondere junge Frauen. Rund ein Drittel der jungen Menschen schätzt seinen Gesundheitszustand als sehr gut ein – bei niedrigem SES jedoch deutlich weniger.

Beim Konsum von Substanzen zeigt sich ein rückläufiger oder stabiler Konsum herkömmlicher Substanzen (Alkohol, Tabak, Cannabis), wobei Tabak- und Cannabis-Konsum bei Jugendlichen mit niedrigem SES häufiger vorkommen. Der Konsum alternativer Tabakprodukte (z. B. E-Zigaretten) ist jedoch mittlerweile mindestens so weit verbreitet wie der Konsum von herkömmlichen Zigaretten.