Autorinnen und Autoren von Kapitel 7

Sandra Biewers Grimm, Hannes Käckmeister, Laurent Langehegermann und Robin Samuel

Zentrale Aussagen

Schule wird von Jugendlichen als Lern- und Sozialraum beschrieben, in dem analoge und digitale Praktiken ineinandergreifen. Digitale Tools und soziale Medien sind im schulischen Alltag deutlich präsent und ergänzen die klassischen Unterrichtsformen und die persönlichen Begegnungen.

Digitale Technologien werden im Schulunterricht vielfältig eingesetzt, etwa zur Lernorganisation, Kommunikation oder Vermittlung und Aneignung von Inhalten. Sie werden zudem als Ausdruck einer neuen Lernkultur verstanden, die klassische Unterrichtsformen zunehmend zurückdrängen.

Digitale Medien eröffnen neue Lernmöglichkeiten, die es Jugendlichen erlauben, ihre Wissensaneignung selbstbestimmter zu gestalten.

Die Qualität des digitalen Unterrichts geht aus Sicht der Jugendlichen einher mit der Offenheit der Lehrkräfte für digitale und interaktive Formate. Der Wunsch nach einem stärker partizipativen Einsatz digitaler Tools wird ausgedrückt; frontaler Unterricht erscheint den Jugendlichen weniger anschlussfähig an ihre Lernbedürfnisse und digitalen Erfahrungswelten.

Die befragten Jugendlichen setzen sich mit den Risiken digitaler Mediennutzung auseinander und reflektieren diese teils kritisch, etwa im Hinblick auf Ablenkung, Datenschutz oder algorithmisch gesteuerte Inhalte. Bei jüngeren Jugendlichen zeigen sich aber noch vergleichsweise geringe Sensibilitäten gegenüber potenziellen Gefahren wie Datenmissbrauch oder Desinformation. Sie zeigen eher Interesse an einem experimentellen Umgang mit digitalisiertem Lernen.

In der non-formalen Bildung gehen digitale und analoge Interaktionen vielfach ineinander über. Medienbezogene Kompetenzen entstehen dort häufig im situativen Alltagshandeln. Gleichzeitig werden analoge Erfahrungsräume gezielt aufgesucht oder gestaltet – etwa als bewusster Ausgleich zu digital geprägten Lebenswelten.

Jugendliche nutzen digitale Medien auf vielfältige und kreative Weise für selbstbestimmte, interessengeleitete Lernprozesse. Jugendliche mit erschwerten Bildungsvoraussetzungen eröffnet der digitale Raum neue Möglichkeiten, sich orientiert an eigenen Interessen und Bedürfnissen weiterzubilden, etwa durch Plattformen wie YouTube, Anwendungen wie ChatGPT oder Apps wie Duolingo, die sowohl zur schulischen Unterstützung als auch zur persönlichen Entwicklung eingesetzt werden.