7.3 Digitale Medien in der non-formalen Bildung: Freizeitgestaltung und persönliche Entfaltung in hybriden Lebenswelten

Die Digitalisierung durchdringt nicht nur formale Bildungsinstitutionen wie Schulen und Hochschulen, sondern prägt in vergleichbarer Weise auch die Felder der non-formalen Bildung – darunter die Offene Jugendarbeit sowie das Engagement in Vereinen. Diese Praxisfelder zeichnen sich durch ihre Nähe zu jugendspezifischen gesellschaftlichen Entwicklungen aus und wirken zugleich aktiv gestaltend auf diese ein. Indem sie Themen aufgreifen, die junge Menschen aus ihren alltäglichen digitalen Erfahrungswelten mitbringen, ermöglichen sie eine lebensweltorientierte pädagogische Praxis, die digitale Medien konsequent in ihre Konzepte und Arbeitsweisen integriert (Kutscher, 2021). Digitale Jugendarbeit wird dabei nicht als isolierte oder eigenständige Methode verstanden, sondern als zeitgemäße Weiterentwicklung und Erweiterung etablierter jugendpädagogischer Prinzipien wie Freiwilligkeit, Autonomieentwicklung und Partizipation. Ziel ist es, diese Prinzipien adäquat in digitale Kommunikations- und Interaktionsräume einzubetten, um Jugendlichen einen sinnvollen, reflektierten und eigenständigen Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen (Brüggen & Rösch, 2025).

Ziel des folgenden Unterkapitels ist es, auf empirischer Grundlage Einblicke in diese digitalen Erfahrungen, Aneignungsweisen und Gestaltungspraktiken Jugendlicher im Kontext non-formaler Bildungssettings zu gewinnen.41


  • 41

    Europäische Leitlinien für digitale Jugendarbeit, https://www.jff.de/fileadmin/user_upload/jff/projekte/digitalisierung_jugendarbeit/DAYW_training_material/Europaeische_Leitlinien_fuer_digitale_Jugendarbeit.pdf