6.6 Methoden- und Datenüberblick

Die Étude qualitative sur la jeunesse (EQJ) bildet die zentrale Datengrundlage für die Kapitel 6, 7 und 8. Im Rahmen dieser Studie wurden qualitative Interviews durchgeführt, um tiefere Einblicke in die Perspektiven und Erfahrungen Jugendlicher im Kontext von Digitalität zu gewinnen. Die Erhebungen fanden zwischen Februar und Juni 2024 statt und umfassen insgesamt 36 Interviews – darunter 26 Erst- und 10 Zweitinterviews – mit Jugendlichen zwischen 12 und 29 Jahren. Im Zentrum stand ein exploratives und offenes Vorgehen: Die Jugendinterviews wurden mit der Erzählaufforderung eröffnet, zunächst einen typischen Tagesablauf zu beschreiben, um subjektive Wahrnehmungen, Routinen und Bedeutungszuschreibungen sichtbar zu machen. Themen, die sich im Verlauf der Gespräche als besonders relevant herausstellten, wurden im Anschluss mithilfe der digitalen Tagebuchmethode aufgegriffen und vertieft. Dabei dokumentierten Jugendliche im Wochenverlauf ihre Erfahrungen und Gedanken in schriftlicher oder mündlicher Form, beispielsweise per Sprachnotiz. Ergänzend wurden Kurzfragebögen eingesetzt, um soziale und biografische Hintergrundinformationen der teilnehmenden Jugendlichen zu erfassen. Die Jugendbefragungen erfolgten in verschiedenen Sprachen, die von den jungen Menschen selbst gewählt wurden: Luxemburgisch, Französisch, Deutsch oder Englisch. Zudem floss ein Workshop mit Vertretern aus Jugendarbeit, politischer Bildung, Vereinen und psychosozialer Schulunterstützung in die Analyse ein.

Die Stichprobe umfasst Jugendliche verschiedener Altersgruppen. Fünf Jugendliche waren zwischen 12 und 17 Jahre alt, sechzehn zwischen 18 und 24 Jahren und weitere fünf zwischen 25 und 29 Jahren. Der Großteil der Befragten befand sich somit in einer Übergangsphase – etwa dem Erreichen der Volljährigkeit, dem Einstieg in Ausbildung, Studium oder Beruf sowie dem Wechsel der Wohnsituation. An einem Erstinterview nahmen 15 männliche und 11 weibliche Jugendliche und junge Erwachsene teil; in den Zweitinterviews wurden davon sechs männliche und vier weibliche erneut befragt. Die Teilnehmenden verfügten über insgesamt neun verschiedene Staatsangehörigkeit, darunter die luxemburgische (n = 18), portugiesische (n = 3), deutsche, russische, guineische, spanische, indische, kapverdische und amerikanische (jeweils n = 1). Zwei dieser Jugendlichen besaßen eine doppelte Staatsangehörigkeit.

Die befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen stammen aus unterschiedlichen Regionen Luxemburgs, unter Berücksichtigung von ländlichen wie städtischen Räumen. Die Stichprobe zeichnet sich zudem durch eine vielfältige sozioprofessionelle Zusammensetzung aus: Neben schulpflichtigen Jugendlichen (n = 10) nahmen auch Auszubildende (n = 7) und Universitätsstudierende (n = 5) teil. Zwei junge Erwachsene waren erwerbstätig, einer absolvierte einen Freiwilligendienst, ein weiterer war zum Zeitpunkt der Interviews arbeitssuchend.

Die Bildungsabschlüsse der Eltern waren vielfältig, in vielen Fällen jedoch innerhalb der Familie einheitlich: Sechs Befragte gaben an, dass beide Elternteile über einen höheren Bildungsabschuss, weitere sechs, dass ihre Eltern über einen niedrigeren Abschluss als den Sekundarabschluss verfügten. In einem Fall hatten beide Eltern einen Sekundarabschluss. Bei sieben jungen Menschen unterschieden sich die Abschlüsse der Eltern und sechs konnten oder wollten keine Angaben machen – etwa wegen fehlenden Kontakts, Trennung, Tod eines Elternteils oder mangelnder Kenntnis.

Während alle Interviews in die Auswertung einbezogen wurden, ermöglichten zweite Gespräche mit einigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen vertiefte Einblicke in bestimmte Themen. Entsprechend wird an ausgewählten Stellen verstärkt auf ihre Perspektiven eingegangen. Weiterführende Informationen zu der EQJ sind im erweiterten Methodenteil online zu finden.